Coco Morier

Coco Morier

Diese Dame scheint fast verflucht, nach langen Jahren einmal den Durchbruch zu schaffen. Meine Meinung: Das wird nichts, zumindest nicht als Solokünstlerin. Als Songschreiberin und Texterin, die schon Tom Jones und Britney Spears beliefert hat, braucht sie nicht viel zu beweisen. Was sie auch als ein Teil von Electrocute nicht musste. Wenn ich mich recht entsinne, gab es 2018 ein kurzes Revival dieses Electroclash-nahen Projekts und zwar mit einer Weihnachts-EP, die Coco ganz simpel über Soundcloud und ihre sonstigen Plattformen streute. Was wünscht man sich von so einer für 2020? Nun: Einfach weitermachen, mal gucken was und wie.

Der zuckerige, aber durchaus doppelbödige Pop von „Dreamer“, dem letzten regulären Album, hatte mich zunächst etwas abgeschreckt. Die Weiterentwicklung seit Stücken wie „Ambulance“ hat mich wohl ein wenig schockiert. Aber über „Take Me To Detroit“ war ich dann (wieder) im Boot und das mehr als zuvor. Eine hart erarbeitete Ausnahmestellung nimmt dieses „ewige Multitalent“ ein und zwar genau dadurch, dass sie unfassbar gut Pop kann, aber wahrscheinlich die volle Superstar-Dosis niemals zu Ende leben würde. Möglicherweise schleichen sich dann auch immer diese Haken und Dornen in diese Songs, dass ich fast versucht bin zu sagen, dass Coco Morier gelingt, wovon Scritti Politti immer nur träumen konnten: Subversiver Pop, der auch auf doof goutiert werden kann.

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